Als ich mich auf das Abenteuer des Mutterwerdens einliess, war für mich selbstverständlich, dass dazu das ganze Paket von Schwangerschaft, Geburt und Stillen gehören sollte. Meinem Kind beim Wachsen und Gedeihen helfen, mit vollem körperlichem Einsatz. Für mich gehört das einfach zusammen und ich wollte diese Erfahrung ganz oder gar nicht machen.
Umso erstaunter bin ich jeweils, wenn ich so etwas zu Lesen bekomme, wie Rita Angelone neulich beschrieb. Wunschkaiserschnitt, ok, die Frauen werden ihre Gründe haben, auch wenn ich sie nicht nachvollziehen kann. So dachte ich immer.
Obwohl ich selber wochenlang damit haderte, dass ich die Erfahrung einer Geburt selber nicht machen konnte (kein Arzt wollte das Risiko einer Steissgeburt mit einer “Spätgebärenden” und einem Riesenbébé auf sich nehmen) und aus medizinischen Gründen zum geplanten Kaiserschnitt “gezwungen” war – und ja, auch dankbar für diese Möglichkeit bin, die meinem Sohn und mir das Leben gerettet hat – obwohl ich selber also traurig war, die Erfahrung der Geburt nicht machen zu können, hatte ich keinerlei negative Gefühle den Frauen gegenüber, die freiwillig darauf verzichten. Es ist schliesslich ihre Entscheidung, und die hat mit meiner eigenen Situation überhaupt nichts zu tun. Für mich würde sich auch dann nichts ändern, wenn sie sich anders entschieden.

Too posh to push: Heidi Klum
fotografiert von The Heart Truth (The Heart Truth Fashion Show 2008) [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons

Hausgeburt in der Badewanne: Gisele Bündchen
(picture byn Tiago Chediak [CC-BY-2.5], via Wikimedia Commons)
Es sind aber auch ein paar darunter, die haben tatsächlich einfach gute Gene, eine Bindehaut, die unsereinen das Wasser in die Augen treibt und eine Disziplin des Grauens, was das Rübi-Turnen angeht. Nichts mit regelmässigen Kühlschrankgängen anstelle eines Fitnessprogramms! So hatte beispielsweise die Brasilianerin Gisele Bündchen Ende 2009 eine termingerechte Hausgeburt in der Badewanne, mit Yoga und Hypnobirthing und erklärte kurz darauf den Medien, dass sie während der Geburt keine Schmerzen verspürt habe. Für die rasche Wiederherstellung ihres “Berufsgewichtes” machte sie damals das Stillenverantwortlich und forderte auch gleich ein weltweites 6-Monate-Stillobligatorium.
Jetzt sind wir natürlich gespannt, wie sich die AP-Mutter Bündchen bei der zweiten Schwangerschaft (ver)halten wird. Wird sie Streifen und Dellen bekommen, wie normale Frauen? Ich bezweifle es. Aber obwohl sie ein Bisschen “gleicher” ist, als unsereins, finde ich es wichtig, dass Frauen wie sie – Role Models für die jungen Frauen – sich hinstellen und öffentlich sagen: Man kann auch natürlich gebären, sein Kind stillen und tragen, und trotzdem schön sein und einem Beruf nachgehen!





