Herr Glück und Frau Unglück (Bilderbuch)


Herr Glück und Frau Unglück

Herr Glück und Frau Unglück

Frau Unglück lebt mit ihrer Ziege und ihrer schwarzen Katze im Haus Nummer 13. Ihr Haus ist grau, im Garten wachsen schwarze Bäume ohne Blätter und eine Regenwolke verdeckt die Sonne.
Da zieht Herr Glück ins Nachbarhaus Nr. 12. Fröhlich begrüsst er, was immer die Tage so bringen. In seinem Garten sät er zarte Pflänzchen, die schon bald wachsen und blühen.
Frau Unglück betrachtet argwöhnisch, was Herr Glück in seinem Garten treibt. Als er eines Tages sogar bei ihr klingelt und ihr die Hand reicht, wird es ihr zu bunt. Sie will etwas unternehmen, damit er wegzieht. Aber der Wind hat die Glücks-Samen über den Gartenzaun geweht…

Auf den ersten Blick ist die Geschichte einfach, fast simpel. Die Handlung ist minimal. Dasselbe mit den Bildern: Sie sind einfach und plakathaft.

Und dann lässt es einem nicht mehr los. Bei jedem Durchblättern entdeckt man in den Illustrationen mehr Details und einen feinen Humor, der bei oberflächlicher Betrachtung kaum sichtbar ist. Jedes Detail ist symbolhaft und passt ins Bild, kein Strich ist zu viel aber auch keiner zu wenig.
Für die Geschichte gilt das Selbe: Je länger man sie wirken lässt, desto tiefer und philosophischer wird sie und man merkt, dass man beim ersten Durchlesen, beim ersten Erzählen, nur knapp die Oberfläche angeritzt hat.

Noch tiefer geht sie, wenn man sich das Buch von einem knapp Vierjährigen erzählen lässt. Ich sass jedenfalls mit heruntergeklapptem Unterkiefer da, als Kurzer den Sinn des Buches mit einer einzigen Frage zusammengefasst hat: „Aber wieso will die Frau Unglück denn unbedingt unglücklich bleiben?“

Mein Fazit: Ein Buch, das wir gerne wieder anschauen, erzählen, vorlesen werden! Auch wenn es kein typisches Kinderthema behandelt, empfehle ich es guten Gewissens weiter.

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Antonie Schneider, Susanne Straßer: Herr Glück und Frau Unglück
Gebunden
32 Seiten
Format: 29,0 x 23,2 cm
Ab 4 Jahren
ISBN: 978-3-522-43679-3
Februar 2013 bei Thienemann

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Mal wieder ein paar Suchanfragen


Es gibt Momente im Leben, da stellt man sich einfach die Frage, was man falsch gemacht hat. Hier ein paar Suchanfragen der letzten Zeit. Keine Ahnung, aber wirklich keine Ahnung, was sie Google dabei gedacht hat, die zu mir zu leiten:

  • obzöne (sic!) bilder: Ja, den kannten wir schon. Er ist immer noch ganz oben.
  • nähprojekte zum selbermachen: Als hätte ich die Zeit dazu. Wie kommt Tante Google nur auf die Idee, ich hätte so was im Angebot?
  • angst mutter zu werden: Ja das kenne ich. Spätestens bei der Geburt legt sich das und weicht der Angst, als Mutter zu versagen (was einem das halbe soziale Umfeld auch täglich vor Augen führt)
  • flasche nur von mama: Selber Flasche!
  • wo bekomme ich schuhe für mein schuhladen: Nicht hier! Definitiv nicht hier! Ich habe nur meine Pantoffeln, Crocs, Grenadierstiefel, Caterpillars, Doc Martins und ein paar Trekkingsandalen. Irgendwo müssten noch so Fickmichstiefel rumstehen, aber die sind schon so veraltet, dass sie bald wieder modern werden.
  • wie oft muss ich dir noch anstand und benehmen beibringen: Mir? MIR?
  • wie erzieht man kinder ordentlich?: Klare Frage. Wer die Antwort hat, wird reich. Eine Kirchenmaus hat mehr Geld auf der Seite, als ich, also habe ich vermutlich die Antwort nicht. Oder ich habe sie, aber weiss nicht, dass ich sie habe. Was im Endeffekt aufs Gleiche herausläuft. Was war schon wieder die Frage?
  • ich habe mit meiner eigene mutter geschlafen: Ist da wirklich Familienbett gemeint? Autsch. Doppelautsch.
  • nein, nein und nochmal nein, ich will nicht! “Trotzphase” kann man auch kürzer ausdrücken.
  • erziehung zur konformität: Grossartig, genau das ist mein Spezialgebiet. Lass uns aus der Reihe tanzen!
  • kollegin hat titten gezeigt: Titten. Jemand hat Titten gesagt. Brüste! Milchbar! Oder hat die Kollegin am Arbeitsplatz Muttermilch gepumpt und der Kollege hat sie dabei beobachtet?

Hier noch die Frage der Woche, vielleicht weiss jemand von Euch die Antwort:

  • was hat ein deziliter?

WAS hat ein Deziliter?

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Lauert der Tod im Elternbett?


Im Mai 2013 wurde von einem Forscherteam rund um Robert Carpenter der London School of Hygiene & Tropical Medicine eine Studie veröffentlicht, die Familienbett-Eltern weltweit aufschreckte. In Bed sharing when parents do not smoke: is there a risk of SIDS? haben die Forscherinnen und Forscher fünf grosse Vergleichsstudien statistisch analysiert um herauszufinden, ob das Schlafen im Elternbett für einen Säugling ein erhöhtes Risiko darstellt, an plötzlichem Kindstod (SIDS, sudden infant death syndrome) zu sterben.

TinaKayser  / pixelio.de

Gemeinsam Schlafen
TinaKayser / pixelio.de

Die Antwort auf die Ausgangsfrage ist auf den ersten Blick erschreckend: Die Wahrscheinlichkeit im Elternbett an SIDS zu sterben sei drei mal höher, als wenn der Säugling alleine in seinem Bettchen schlafen würde, betonen die Forschenden im Forschungsbericht.

Und prompt verbreiteten deutschsprachige Zeitungen und Zeitschriften die dramatische Neuigkeit: „Gefahr im Elternbett“ (Süddeutsche Zeitung) oder „Plötzlicher Kindstod – Das Risiko im Elternbett“ (Spiegel Online) sprangen einem die Titel ins Auge. Völlig unkritisch übernahmen dabei die Journalisten die Zusammenfassung („abstract“) des Forschungsberichtes.

In der Folge fragen sich Eltern weltweit: Bringe ich mein Kind um, wenn ich es bei mir schlafen lasse?

Kurz und bündig geantwortet: Nein. Unter Beachtung der normalen Sicherheitsregeln, ist das Familienbett nicht gefährlicher als das eigene Bett.

Aber schauen wir uns die Details an.

Was wurde genau untersucht?

Die Forschenden kombinierten die Einzeldaten von fünf grossen europäischen Fallstudien über SIDS. Dabei wurden wurden nur Säuglinge unter einem Jahr berücksichtigt.

Mit den Fallstudien hatten die Forschenden 1472 Datensätze von Kindern, die an SIDS verstorben waren. Diese verglichen sie mit 4679 Kindern mit demselben Geburtsalter (das Auswahlverfahren ist online einsehbar), einer, wie die Forschenden sagen, „genügend hohen Anzahl Vergleichskinder“.

Folgende Risikofaktoren wurden analysiert (zitiert nach Bed sharing when parents do not smoke, Tabelle 1, eigene Übersetzung):

  • gemeinsames Schlafen mit den Eltern / der Mutter in einem Bett
  • Schlafen im selben Zimmer / in einem anderen Zimmer als die Mutter / die Eltern
  • Ernährung (Stillen oder Flasche)
  • Lagerung (Rücken, Seite, Bauchlage)
  • Rauchen (ein / beide / kein Elternteil raucht)
  • Alkoholkonsum (Mutter konsumierte in den 24 Stunden vor dem Tod bzw. dem Interview Alkohol)
  • konsum illegaler Drogen (Heroin, Haschisch o.ä. in den 24 Stunden vor dem Tod bzw. dem Interview)
  • Geschlecht des Säuglings
  • Rasse (weiss / farbig)
  • Geburtsgewicht (nach Gruppen)
  • Alter der Mutter
  • Anzahl lebender älterer Geschwistern

Einige dieser Punkte machten keinen Unterschied, können nicht beeinflusst werden, oder es gab zu wenige Daten, deshalb wurden sie herausgerechnet: Lagerung, Rasse, Geburtsgewicht, Alter der Mutter und Anzahl lebender Geschwister.

Mit den restlichen Faktoren berechneten die Forschenden das Kreuzproduktverhältnis mit der Frage, ob das Baby im Elternbett, im eigenen Bett im Elternschlafzimmer oder im eigenen Bett im eigenen Zimmer gestorben ist. Auf diese Weise werden die Risikofaktoren rechnerisch untereinander und miteinander verglichen (zitiert nach Bed sharing when parents do not smoke, Tabelle 4, eigene Übersetzung):

Risikofaktoren

Im Elternzimmer aber eigenes Bett Im Elternbett

Gruppe Nr.

Ernährung

Rauchen

Alkohol

„Minimalrisiko“ Stillen Nein Nein 0.8‰ 0.23‰
1 Flasche Nein Nein 0.13‰ 0.34‰
2 Stillen Partner Nein 0.09‰ 0.52‰
3 Stillen Mutter Nein 0.13‰ 1.27‰
4 Stillen Beide Nein 0.24‰ 1.88‰
5 Flasche Beide Ja 1.77‰ 27.5‰

Nach diesen Berechnungen besteht kleinste Risiko, dass das Kind an SIDS stirbt, wenn es gestillt wird, seine Eltern nicht rauchen, kein Alkohol getrunken wird und das Kind im eigenen Bett im Elternschlafzimmer schläft. Am höchsten ist das Risiko laut den Forschenden bei rauchenden Eltern, die getrunken haben und ihr Flaschenkind mit ins Elternbett nehmen.

Auf den ersten Blick sieht es also tatsächlich so aus, als ob das Schlafen im Elternbett eine grosse Gefahr für den Säugling darstellen würde.

Das grosse „ABER“ sehe ich in den verwendeten Definitionen einerseits und in den Faktoren, die nicht untersucht worden sind, andererseits.

Bereits die Definition für das Schlafen im Elternbett („bed sharing“) selber wirft Fragen auf: Das Kind lag zum Zeitpunkt seines Todes „auf der gleichen Oberfläche, wie die Mutter“ (ausgenommen Sofa oder Sessel). Wir erhalten keine Informationen darüber, ob das Kind sich nur ausnahmsweise dort befand oder ob die Eltern das Familienbett dauerhaft praktizierten.
Unklar ist auch, wo im Elternbett das Kind schlief, ob am Rand oder in der Mitte. Auch die Frage, ob die heute oft verwendeten Anbaubetten und Beistellbetten als „Schlafen im Elternbett“ oder als „Schlafen im eigenen Bett im Elternschlafzimmer“ behandelt wurden, wird nirgendwo beantwortet.
Im gleichen Zusammenhang fehlen Informationen über andere bekannte Risikofaktoren in der Schlafumgebung, die unumstritten sind: Decken, Federbetten, Kissen, Still- oder Langerungskissen, andere Gegenstände im Bett, weiche Unterlage, Geschwisterkinder im gleichen Bett. All diese wichtigen Faktoren wurden in der vorliegenden Studie nicht berücksichtigt. Sie wären aber wichtig, weil schon 2006 Fleming, Blair und McKenna in ihrem Artikel „New knowledge, new insights and new recommendations. Scientific controversy and media hype in unexpected infant deaths“ darauf hinwiesen, dass über 90% aller Todesfälle im Zusammenhang mit dem gemeinsamen Schlafen von Eltern und Kind durch eine unsichere Schlafumgebung verursacht waren. Trotzdem wird die Schlafumgebung in der vorliegenden Studie mit keinem Wort erwähnt!

Obwohl die genauen Gründe dafür noch ungenügend erforscht sind, senkt das Stillen die Wahrscheinlichkeit, dass ein Säugling an SIDS stirbt. In der vorliegenden Studie wird jedoch nicht unterschieden, ob ein Säugling voll- oder teilgestillt wird, „hauptsächlich gestillt“ oder „nur teilweise gestillt“. In der Gruppe „gestillte Kinder“ werden alle zusammengefasst. Unklar ist auch, in welcher Gruppe sich Kinder, die zwar mit Muttermilch ernährt, aber nicht gestillt werden, befinden.

Ein anderer wichtiger Faktor, der fehlt, ist die gesundheitliche Vorgeschichte des Kindes. Nur das Geburtsgewicht wurde heraus gerechnet, nicht aber andere gesundheitliche Risikofaktoren, wie beispielsweise Frühgeburtlichkeit (wobei diese mit dem Gewicht korreliert), Neugeborenen-Atemnotsyndrom, gastrooesophageale Refluxkrankheit oder ein vorhergehendes ALTE. Und war das Kind zum Zeitpunkt des Todes gesund oder war es erkältet, hatte Fieber, einen Infekt der Atemwege…? Hatte es Herzprobleme, Fehlbildungen, Geburtsgebrechen? Gab es Anzeichen für Vernachlässigung oder Misshandlung?

Die Studie lässt für meinen Geschmack zu viele Fragen offen, um daraus eine allgemeine Warnung vor dem Familienbett formulieren zu können!

Solange die Empfehlungen der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie zur Reduktion des Risikos für Plötzlichen Kindstod eingehalten und bezüglich Schlafumgebung der Gesunde Menschenverstand benutzt wird, sehe ich absolut keinen Anlass, auf all die positiven Aspekte des Familienbettes zu verzichten.

Bei Kindern mit erhöhtem SIDS-Risiko würde ich in der ersten Zeit auf das Schlafen im gleichen Bett verzichten und das Kind lieber in einem Beistellbett oder Anbaubettchen direkt neben meinem Bett schlafen lassen.

Leider gibt es keine Garantie gegen den plötzlichen Kindstod. Auch unter Berücksichtigung aller Präventions- und Sicherheitsmassnahmen kann ein Baby ohne bekannten Grund einfach sterben. Meine Gedanken und Gebete sind bei den Eltern und Geschwister dieser Kinder.

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Zum Weiterlesen:

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Kurz gefasst im Mai 2013


Ich weiss schon gar nicht mehr, weshalb ich diese Linklisten führe, wenn ich doch kaum mehr nachkomme mit Artikel lesen und überdenken. Deshalb auch in diesem Monat nur ein paar wenige Verlinkungen.

Antje Schrupp hat sich Gedanken über pränatale Geschlechterselektion und ihre kulturellen und gesellschaftlichen Auswirkungen gemacht. In Artikel “Alle haben jetzt Jungen” hält sie sich aber nicht damit auf, wie böse das alles ist und wie unmoralisch, sondern sie widmet sich vielmehr der Frage, wie man damit umgehen könnte.

Die re:publica interessiert mich nur am Rande (wenn ich mal hinfahren könnte, würde sich das vielleicht ändern), aber der Vortrag von Tanja und Johnny Häusler hat mich mit offenem Mund vor meinem Computer sitzen lassen und mich zu manchem Tag Nachdenken gebracht:

Und dann doch wieder das normale Fernsehen. Medienberater und Pädagoge Achim Hackenberg hat die Sendung Germanys Next Topmodel als “pädagogisch wertvoll” bezeichnet, Cordula Stratmann hält gegen. Und Pink Stinks schreibt einen pädagogisch vertvollen Rant darüber: “Germanys Next Topmodel: Pädagogisch wertvoll?

Ein wenig Kunst: “The Nu Project” von Matt Blum. Einfach WOW in Grossbuchstaben. Ganz wunderschöne Fotos von wunderschönen Frauen.

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This is how I work – So arbeite ich


Der Fragebogen geht ja momentan um wie ein Lauffeuer.

Bei Isabella fing es an und bei ihr kann man auch nachlesen, wer schon alles mitgemacht hat.

Bloggerinnen-Typ:

Mal fast manisch auf dem Flow schwimmend, mal um jedes Wort kämpfend. Regelmässig ganz schnell “publish” klickend (bevor ich den Text bereue und ins Weltall schicke) und gleich darauf bereuend, nicht wenigstens die Rechtschreibekontrolle drübergebügelt zu haben.

Gerätschaften digital:

Ein Laptop Acer Extensa von Ende 2009. Seit kurzem ein Samsung Galaxy irgendwas. Ein Sony Klicksomat.

Gerätschaften analog:

Ein grosses Moleskin. Ein kleines Moleskin. Und noch ein Reservemoleskin in jedem Auto. Ein Caran d’Ache mit schwarzer und einer mit blauer Mine. Mein Auto.

Arbeitsweise:

Die hat sich in den neun Jahren, seit mein erstes Blog online ging, nicht viel geändert: Ein Thema springt mich an, es wirkt nach, es windet sich durch meine Synapsen und wenn es irgendwann fertig gegärt hat, strömen die perfekten Formulierungen, Sätze und Gedankengänge vom Kopf in die Finger und müssen sofort, toute-de-suite, unbedingt NOW aufgeschrieben werden. Nur dass ich mich dann meistens irgendwie auf einem Kindergeburtstag oder am Steuer eines Fahrzeuges auf der Autobahn oder an einem ähnlich praktischen Schreibort befinde. Ihr kennt das! Und wenn man dann endlich zum Aufschreiben kommt, sind einem die perfekten Formulierungen entfallen und zurück bleibt nur Mittelmass.

Welche Tools nutzt du zum Bloggen, Recherchieren und Bookmark-Verwaltung?

Meine alten Blogs (das und das) liefen auf Blogspot, mit diesem hier bin ich erstmals auf WordPress gestartet und die beiden neuen (das und das) laufen ebenfalls auf WordPress.

Zum Recherchieren benutze ich Google bzw. Wikipedia als erste Anlaufstelle, habe ein paar Zugänge zu wissenschaftlichen und statistischen Datenbanken und über Bekannte an diversen Universitäten komme ich auch an deren Daten ran. Das wird immer dann interessant, wenn die Presse wegen irgend welchen “Forscher haben herausgefunden”-Themen am Hyperventilieren ist.

Bookmarks verwalte ich nicht wirklich, täte ich das, würde ich es vollberuflich machen müssen (bin ein Sortier- und Kategoriefreak, ich täte mich wohl zu Tode kategorisieren). Also speichere ich sie entweder unsortiert im Firefox oder lasse ein paar Tabs offen mit Texten, die ich gleich sobald ich Zeit habe verbloggen, aber nicht speichern möchte. Mein Firefox mag etwa 70 offene Tabs verdauen, bevor er Suizid begeht.
Interessante Fundstücke von denen ich denke, dass sie auch andere interessieren könnten, poste ich auch je nachdem was es ist über Facebook, Twitter, G+ oder Tumblr.
Und dann habe ich seit Anfang Jahr die Rubrik “Kurz gefasst” im Blog, wo ich Links sammle, die mich auf die eine oder andere Weise beeindruckt haben und deshalb gerne teilen möchte, die ich aber nicht für späteren Gebrauch archiviere.

Wo sammelst du deine Blogideen?

Wenn ich die sammeln müsste, würde ich wahrscheinlich nicht bloggen.
a) hätte ich gar keine Zeit zum Sammeln und
b) bin ich so gar keine Jägerin und Sammlerin.

Blogideen springen mich im Alltagsleben oder beim Lesen an und lassen mir so lange keine Ruhe, bis ich sie verbloggt habe.

Was ist dein bester Zeitspar-Trick/Shortcut fürs Bloggen/im Internet

Offline schreiben und nur online gehen, wenn ich was recherchieren oder einen Text hochladen muss. Alle anderen Strategien sind für mich unproduktiv. Am Computer bin ich leider sehr leicht abzulenken.

Benutzt du eine To-Do List-App? Welche?

Naja, so ‘ne Art “App”: Mein Moleskin Weekly Notebook, mit jeweils auf der linken Seite die Tage der Agenda (1 Woche pro Seite) und auf der rechten Seite Linien für Notizen. Dort schreibe ich meine wöchentlichen Tasks rein und links sehe ich die Termine. Was ich in einer Woche nicht schaffe, übertrage ich auf die nächste oder werfe es über Bord. Gewisse Tasks (die nett zu habenden) versehe ich mit einem Ablaufdatum: Wenn sie bis da nicht erledigt sind, fliegen sie raus. Keine Angst, die wachsen nach!

Gibt es neben Telefon und Computer ein Gerät ohne das du nicht leben kannst?

Mein Vibrator.

Ach kommt schon, gedacht haben es alle aber keine hat sich getraut, es zu schreiben…

Mein Auto mag ich sehr und wenn ich wirklich eine Schreibblockade habe (was aber zum Glück sehr selten ist) und auch Fensterputzen nicht weiterhilft, dann gehe ich Auto fahren. Aus irgend einem vertrackten Grund ist mein Gehirn am Steuer extrem produktiv.

Und als Kurzer noch etwas kürzer war, war die Tragehilfe in Kombination mit dem Sitzball das ultimative Mittel, um trotz Zahnens, Fieber, Koliken,… schreiben zu können.

Gibt es etwas, das du besser kannst als andere?

Klugscheissen und Besserwissen.
(wobei jemand mal sagte: “Just because I give you advice, it doesn’t mean I know more than you. It just means I’ve done more stupid shit.” – Das trifft es ziemlich exakt.)

Ja. Und Trockenschwimmen. Darin bin ich wirklich gut!

Was begleitet dich musikalisch beim Bloggen?

An schlechten Tagen die Dino-Songs-CD meines Sohnes.

Wenn die Sonne scheint, Kindergeplapper und -rufen auf dem Spielplatz oder das Plätschern unseres Wasserfalles im Garten.

Und an Krippentagen und Papa-Sohn-Tagen je nach Lust und Laune etwas aus dem CD-Schrank, der von ABBA, über Bach, Cardigans, Dio bis hin zu ZZ-Top querbeet gut bestückt ist. Aktuell laufen hier sehr oft die CD von Lindsey Stirling, Jean-Michel Jarre und der Soundtrack vom 5. Element. Ich scheine eine elektrische Phase zu haben.

Wie ist dein Schlafrhythmus – Eule oder Nachtigall?

Ich bin eine furchtbare Eule, mein natürlicher Biorhythmus geht von 10:00 bis 2:00, mit 8 Stunden Tiefschlaf dazwischen. Fragt lieber nicht, wie ich die letzten 3.5 Jahre überlebt habe. Ich bin da irgendwie über mich selber hinausgewachsen und war auch sehr erstaunt, mit wie wenig Schlaf eine auskommen kann, um noch ein wenig Schreibzeit herausschlagen zu können.

Eher introvertiert oder extrovertiert?

Introvertiert im Sinne des Myers-Briggs-Typenindikators.

Wer sollte diese Fragen auch beantworten?

Ich wäre sehr neugierig auf die Antworten von Querdenker, Leidenschaftlichwidersynnig, Frau Gminggmangg und Cosima von Denkzeiten.

Der beste Rat den du je bekommen hast?

“Lächeln, nicken und ‘Arschloch’ denken”.

Noch irgendwas Wichtiges?

Wer wirklich viel Traffic will sollte über impfende, rauchende, langzeitstillende, kosmetische Operationen hinter sich habende, abgetrieben habende, kriminelle, ausländische und natürlich feministische fundamentalchristliche Nazi-Veganerinnen mit grossen Brüsten schreiben.

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Armand


Spielende Kinder in der Waldspielgruppe

Spielende Kinder (magicpen / pixelio.de)

„Armand darf man nicht umschubsen“, verkündete Kurzer neulich beim Abendbrot.

Seine Aussage hatte keinen Zusammenhang mit irgend etwas, das wir in den letzten Minuten diskutiert hatten.

„Wer ist Armand?“ fragte ich, obwohl ich die Antwort schon ahnte.

Und prompt: „Wer ist denn Armand, wer ist denn Armand, wer ist denn Armand?“-singend tanzte Kurzer singend durch die Küche.

Ach wie gut, dass niemand weiss, wer dieser Armand ist!

Langer und ich assen weiter. Nach ein paar Minuten setzt sich Kurzer auch wieder zu uns. „Armand kann nichts sehen“, verkündet er mit bedeutungsvoller Miene.

Meine Neugierde war geweckt.

Was genau kann Armand nicht sehen?“ hakte ich nach.

„Er kann nichts sehen und er hat meinen Traktor genommen und Vanessa hat gesagt nicht schubsen und er darf meinen Traktor nehmen“.

„Und du hast ihm einen deiner Traktoren gegeben?“

Ich war erstaunt. Kurzer ist jemand, der seine Spielsachen nur mit sorgfältig ausgewählten Personen teilt.

„Lieb sein hat Vanessa gesagt“.

Vanessa ist die Betreuerin.

Es dauerte noch etwas, bis ich alle Informationen einzeln aus meinem wortkargen Sohn herausgequetscht hatte.

Armand ist ein blinder Junge, der seit Neuestem in der Kita in Kurzens Gruppe geht. Er spielt ganz normal mit den anderen Kindern, aber die Betreuerinnen halten ein Auge auf ihn.

Was mich bei der Sache fasziniert: Den Drei- und Vierjährigen ist es völlig wurscht, ob dieser Bub behindert ist oder nicht. Er klaut einem anderen Kind einen Spielzeugtraktor und wird dafür umgenietet. Er ist ein Knabe unter vielen, mit der einzigen Besonderheit, nichts sehen zu können. Kinder in dem Alter nehmen die Unterschiede zwischen ihnen einfach zur Kenntnis: Pierre hat einen roten Rucksack, Emma mag kein Obst, Lisa weint viel und Armand kann nichts sehen. Kinder in diesem Alter werten nicht und versuchen nicht, die anderen zu verändern. Sie nehmen sie, wie sie sind. Die soziale Umwelt wird nicht in zig Kategorien eingeteilt, sondern nur in zwei: „Mag ich“ und „Mag ich nicht“. Mehr braucht es in dem Alter nicht.

Erst die Bemühungen und das Eingreifen der Betreuerinnen machen aus Armand etwas Besonderes. Nicht seine Blindheit hebt ihn aus der Masse der anderen Kinder heraus, macht ihn zu jemadem, der nicht ganz dazu gehört, sondern das grundsätzliche Verbot, ihn niemals zu schubsen – auch nicht zur Selbstverteidigung – und das Gebot, besonders nett zu ihm zu sein. Gerade den letzten Punkt erachte ich als problematisch.

Wäre es nicht besser, sie würden nur dann eingreifen, wenn ein Kind wirklich grob würde und Armand tatsächlich gefährdet wäre, anstatt den anderen Kindern einzubläuen, sich ihm gegenüber besonders rücksichtsvoll zu verhalten? Sollte er nicht auch lernen dürfen, sich erst mal selber zu wehren, bevor jemand einschreitet, wie bei den anderen Kindern wo erst eingegriffen wird, wenn eines weint? Müsste das Ziel der Inklusion nicht sein, ihn so weit wie es nur irgend geht „Kind unter Kindern“ sein zu lassen statt „behindertes Kind unter nicht behinderten Kindern“?

Ich weiss es nicht. Deshalb würde ich mich über Eure Kommentare ganz besonders freuen. Was denkt Ihr darüber?

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Kurz gefasst im April 2013


Schon wieder ist ein Monat durch, in dem ich einiges gelesen habe. Obwohl ich viel um die Ohren hatte, hier trotzdem eine handvoll Artikel, die mich im Laufe des Aprils beeindruckt, inspiriert, zum Lachen oder Nachdenken gebracht haben:

In den Diskussionen rund um die Inklusion von Kindern mit Behinderungen in den normalen Schulbetrieb taucht immer wieder die Behauptung auf, früher wären Behinderte viel integrierter gewesen als heute, viel “normaler” behandelt worden. Im Standard vom 2. April schreibt Günther Brandstetter einen interessanten Einblick darüber, wie Menschen mit körperlichen Geburtsfehlern von der Antike bis heute angesehen wurden. Sehr empfehlenswerte Kurzlektüre: Unsere Sehnsucht nach Freaks.
(Nachtrag: Ich sehe gerade, dass der gesamte Themenschwerpunkt Monster & Mythen interessante Artikel bereithält.)

Das International Museum of Women kannte ich noch gar nicht. Ich habe es kennen gelernt, nachdem mich Alsmenschverkleidet auf die online Ausstellung Motherhood around the Globe aufmerksam gemacht hatte, die mit vielen Bildern, Filmen und Texten sich dem Thema nähert. Diese Ausstellung kann man nicht mal schnell so husch-husch durchklicken, sondern sollte etwas Zeit und Ruhe mitbringen.

Und da wir schon beim Schmökern sind: Die Ausstellung MUSLIMA – Muslim Women’s Art and Voices desselben Museums hat mich nachhaltig beeindruckt. Da war ich fast froh, ein paar Tage das Bett hüten zu müssen und diese zahlreichen Texte und Bilder wirken zu lassen. Auch hier gilt: Nicht zum schnell darüber klicken, sondern wirklich viel Zeit und Bereitschaft mitbringen, um sich auf das Thema einzulassen.

Die Explosionen in Boston sind grosses Thema. Viel mehr erschüttert hat mich persönlich der Amoklauf eines 60jährigen in der Nähe von Belgrad, der während der Nacht, als sie schliefen, 13 Verwandte und Nachbarn exekutierte, darunter auch einen 2jährigen Buben: Amoklauf in Serbien.

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Lob oder Anerkennung


Gewisse Themen verfolgen einem ständig. Dann denkt man, man sei sie los, aber schon bald stolpert man wieder über sie. Gerade wieder wurde ich – nach ein paar Wochen Ruhe – von verschiedenen Seiten mit dem Glaubenssatz konfrontiert, Kinder würden Lob benötigen, um motiviert zu sein und um Selbstbewusstsein zu entwickeln. Dieser Satz basiert auf ein paar weitere Glaubensbekenntnisse:

  • Selbstbewusstsein sei Zweck der Erziehung
  • es läge an uns Eltern, dem Kind Selbstbewusstsein zu geben, ohne unsere Bemühungen hätte es keines (implizite Aussage: Selbstbewusstsein komme von Aussen)
  • das Kind hätte von sich aus keine Motivation, könne sich nicht selbst motivieren und ohne unser Lob würde es weder lernen noch für die Gemeinschaft sinnvolle Tätigkeiten ausüben

Wie auch immer: Fakt ist, dass Loben tatsächlich kurzfristig motivierend wirken kann – wenn es von Herzen kommt, spontan, authentisch und ernst gemeint ist. Im Moment aber, in dem wir einen Elternkurs besuchen, um zu lernen, wie genau wir ein Lob formulieren müssen, damit es  möglichst grosse Wirkung hat, um das Kind dazu zu bringen, das zu tun was wir von ihm erwarten, sind diese Bedingungen schon nicht mehr erfüllt. Kinder sind ja nicht doof: Sie merken sehr gut, wann wir sie manipulieren und unsere wohlverdienen Versuche, “das Richtige” zu sagen, werden bei einem gesunden Individuum auf Widerstand stossen. Denn wer lässt sich schon gerne manipulieren?

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"Nach der Party" von Paul-Georg Meister / pixelio.de

“Nach der Party” von Paul-Georg Meister / pixelio.de

Etwas, das mir in diesem Zusammenhang immer wieder auffällt, ist die Gleichsetzung und  Vermischung von Lob mit Anerkennung. Was natürlich auch zum Fehlschluss führt, ein Mensch benötige Lob, um sich anerkannt zu fühlen.

Nun, es ist ein menschliches Grundbedürfnis, von anderen wahrgenommen zu werden, gesehen zu werden, in der jeweiligen Zugehörigkeitsgruppe anerkannt zu sein. Es ist eng verwandt mit dem Bedürfnis, für die Gruppe wertvoll zu sein, geschätzt zu werden, nützlich zu sein. Menschen möchten ein wichtiger Teil ihrer Gruppe, ihrer Gemeinschaft sein und auch als einzigartiges Individuum, als unersetzlicher Teil innerhalb dieser Gruppe wahrgenommen werden. Und darauf basiert natürlich der Selbstwert: Auf das Wissen, dass man als Mensch, als Individuum, wertvoll ist. Wertvoll als Person kann jemand aber nur unabhängig von einer bestimmten Leistung sein.

Das Anerkennen einer Leistung ist natürlich auch etwas Schönes, gerade wenn wir uns über die Leistung freuen und uns wünschen, dass das Kind sie von Zeit zu Zeit wiederholt. Positive Verstärkung nennt man das. Aber ob Lob dazu wirklich das richtige Werkzeug ist? Das bezweifle ich stark!

Kinder sind Menschen, Erwachsene auch. Deshalb gehe ich jetzt einfach mal davon aus, dass mein Kind in solchen Dingen ähnlich tickt, wie ich auch. Ich arbeite von zuhause aus und mein Mann extern. Deshalb bin ich für zahlreiche Haushaltsarbeiten zuständig (andere teilen wir uns). Anerkennung, grad bei langweiligen Routinearbeiten wie Abwaschen, ist irrsinnig wichtig, damit es einem nicht verleidet. Nun stellen wir uns also vor, mein Mann würde meine Arbeit mit Lob anerkennen: “Fantastisch wie Du heute wieder abgewaschen hast, das Geschirr glänzt so wunderbar, kein Löffelchen hast Du vergessen, ich bin so stolz auf Dich wie toll Du das immer hinkriegst”.

Bei so einer “Anerkennung” würde ich ihm vermutlich den nassen Abwaschlappen um die Ohren hauen!

Erstens steht es niemandem zu, die Qualität meiner Arbeit zu bewerten. Lob ist immer Bewertung und der Lobende stellt sich damit über die Person, die er damit bewertet.

Zweitens will ich für meine täglichen Arbeiten und Selbstverständlichkeiten nicht gelobt werden. Ich will, dass mein Einsatz gesehen wird und ich will, dass er anerkannt wird. Dass ich meine Arbeit so gut mache, wie ich kann, ist für mich selbstverständlich – und wenn dies einmal nicht der Fall ist, dann hatte ich meine Gründe dafür und brauche niemand, der mir sagt, dass ich das auch besser könnte.

Womit könnte also mein Mann diesen hohen Ansprüchen genügen?

Mit einem einfachen, wertungsfreien, simplen DANKE!

Mehr braucht es nicht.

Dasselbe gilt im Zusammenleben mit Kindern. Es ist nicht nötig bzw. wahrscheinlich sogar kontraproduktiv, bei jedem Hasenfurz in Lobeshymnen auszubrechen. Aber wenn einem das Kind geholfen hat oder man gemeinsam ein Ziel erreicht hat, wirkt ein simples “Danke, dass Du mir gehofen hast” oder “Danke, dass ich den Nachmittag mit Dir verbringen durfte, es hat mir viel Spass gemacht”, Wunder. Das Kind kann sich damit als anerkanntes, nützliches Mitglied der Gesellschaft fühlen. Als jemand, der einen Unterschied macht.

Und letzteres ist das, was uns am Laufen hält und unseren Selbstwert begründet: Ich mache einen Unterschied aus. Ich, als Individuum, bin wichtig. Ich kann etwas bewirken.

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Zum weiterlesen:

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Kurz gefasst im März 2013


Die Seite “Knitting Intelligence” von WockenSolle wollte ich Euch schon lange mal empfehlen. Connie Müller-Gödecke berichtet immer wieder interessante, spannende und neuerdings sogar gruselige Müsterchen und Anekdötchen rumd um die Kulturtechnik des Strickens. Mit Taxidermisches Stricken hat sie meiner Meinung nach den Vogel abgeschossen (oder eingestrickt?)

Der kurze Artikel “Paula und die Päpste” hat mich tief innen berührt, ich könnte nicht mal genau sagen weshalb. In den wenigen Zeilen spürt man heraus, wie es für Angehörige ist, für eine demenzkranke Person verantwortlich zu sein – und die Liebe und Zärtlichkeit von Zora gegenüber ihrer Grossmutter, die alle Seiten von “Demenz für Anfänger” durchdringt. Unbedingt empfehlenswert!

Wer mich kennt, weiss: Mode interessiert mich nur ganz am Rande. Umso mehr hat mich Kaltmamsells Posting “Mode marginal” aufgestellt: Birkenstock und Socken sind in, am besten noch garniert mit Bein- und Achselhaaren. Womit ich plötzlich vom Gammellook zur modischen Avantgarde mutiert bin.

Mehr als die aktuelle Mode interessiert mich die sog. feministische Sprachkritik. Ihr dürft es gerne einen Spleen nennen und ich weiss, dass unser Land auch andere Probleme hat. Ein Text, wie Anatol Stefanowitschs “Sprachbrocken 12/2013“, der sich auf (sprach-)witzig eloquente Weise mit der Unterdrückung des mächtigen weissen Mannes durch sanitäre Einrichtungen befasst, werde ich auch in 50 Jahren noch gerne weiter empfehlen.

Viele Menschen haben sich über die unüberlegte Gleichsetzung des Begriffs “Autismus” mit “Egoismus” und “Rücksichtslosigkeit”, die sich in letzter Zeit in Artikeln und Blogs, aber auch bei Aussagen von Politiker/innen gehäuft haben, geäussert. Cosimas Artikel bei Denkzeiten erklärt noch einmal, weshalb die Wortwahl bei öffentlichen Aussagen durchaus von Bedeutung ist. In ihrem Artikel Bewusste Sprache erklärt sie, weshalb es wichtiger ist, Fakten korrekt zu benennen, statt mit ihrer ursprünglichen Bedeutung entfremdeten Modewörtern um sich zu werfen.

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Kurzweil für den Kurzen


buecherEinige Blogger/innen aus meinem Newsreader (Herzdamengeschichten, Das Nuf, Percanta) haben mich auf die Idee gebracht, die Top-Five von Kurzem ebenfalls aufzulisten. Die ändern momentan zwar ständig, und als ich ihn nach seinen Lieblingsbüchern gefragt habe, hat er mir die ganze Kiste angeschleppt.

Bei uns ist das mit den Bücher eben so eine Sache. Wir sind ja sonst eher als wirtschaftsschädigend bekannt, da wir einen Second-hand- und Reparier-Spleen haben. Aber bei Büchern, tja, da verliere ich regelmässig die Contenance. Und so gewissenlos bin ich nun auch nicht, dass ich Kurzem nicht auch ein klitzekleines Büchlein kaufen würde, wenn ich mich dem Kaufrausch hingebe.

Mit Dreieinhalb “liest” er schon alles, was ihm in die Finger kommt (oder lässt lesen). Aber ein paar kommen immer wieder. Meiner Schätzung nach müssten die folgenden fünf Bücher die bisherigen Allzeitfavoriten sein:

Kurzens Lieblingsbücher

Kurzens Lieblingsbücher

Ali Mitgutsch: Bei uns im Dorf
“Wägem Traktor” (wegen dem Traktor)
Über Mitgutsch muss man nicht viel sagen, oder? “Bei uns im Dorf” ist mein Eigenes, tausend Mal geflickt (letztmals hier), und sogar jetzt, wo meine eigene Kindheit vier Jahrzehnte zurück liegt, entdecke ich noch neue Figürchen und Szenen.

Rotraut Susanne Berner Frühlings-Wimmelbuch
“Wiu der Manfred isch uf ds Füdle gheit” (weil Manfred auf den Hintern gefallen ist)
Rotraut Susanne Berners Wimmelbücher sind allesamt ohne Einschränkung zu empfehlen. So ab 1.5 oder 2 Jahren würde ich mal sagen. Neuerdings erzählt Kurzer sie seinem Papa, statt umgekehrt.

Stephan Baumann: Auf der Baustelle ist was los
“Wägem Maa wo ufem WC d Nase zuehäbt” (wegen dem Mann, der sich auf dem Klo die Nase zuhält)
Der gelbe Löffelbagger gräbt ein tiefes Loch. Ein roter Lastwagen bringt die Erde fort… – Ihr seht, ich kann das auswendig rezitieren. Von seinem fast erwachsenen Cousin geerbt, liebt Kurzer dieses Büchlein heiss und innig. Ich finde es praktisch, weil ich es nach einer Million Wiederholungen tatsächlich schlafend vorlesen kann.

Christophe Loupy/Eve Tharlet: Rien qu’un bisou! (auf Deutsch: Noch ein Kuss)
“Wägem Müntschi” (wegen dem Kuss)
Rien qu’un bisou ist eines von zwei Büchlein, die im Geburtsköfferchen drin waren, das wir auf der Wöchnerinnenstation im Krankenhaus geschenkt bekamen. Es ist sehr kitschig, und in der hormongeschwängerten Post-Wochenbettzeit kann eine sogar ein kitschiges Tränchen verdrücken, wenn der kleine Hund “P’tit bout” am Ende seufzend erklärt, dass kein Kuss so schön ist, wie der von Mama.

Doris Rübel: Das bin ich & Das bist Du
“Wägem Näbi” (wegen dem Schniedel)
Wie alle Bücher aus der Reihe “Wieso? Weshalb? Warum?” von Ravensburger ist auch dieses hier uneingeschränkt zu empfehlen. Es geht um Fähigkeiten, Eigenschaften, Gemeinsamkeiten und Verschiedenheiten von Menschen.

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Solche Listen machen Spass und da Kurzer ja wächst und sich weiter entwickelt, werde ich wohl alle paar Monate eine neue Lieblingsbücherliste von ihm anfertigen müssen.

Bis dahin gebe ich das Stöckchen weiter an Frau GminggmanggLeidenschaftlichwydersinnig und Herzchaosmama.

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